Vor 150 Jahren erschien „Max und Moritz“

Am 4. April 1865 erschien die berühmteste Bildergeschichte von Wilhelm Busch, der als der „große Humorist des deutschen Volkes“ in die Literaturgeschichte einging.

Wer die Wilhelm Busch-Verse gerne hören möchte, dem sei die CD mit dem renommierten Schauspieler Helmut Lohner von 1997 empfohlen. Verschmitzt hat er die Texte eingesprochen und der Komponist Michael Rüggeberg schrieb heitere Zwischenmusik dazu (MH 9018 CD).

Carl Adolf Lorenz (1837-1923) würdigte die Missetaten von „Max und Moritz“ auf musikalische Weise im Jahr 1883. Er zitierte zu diesem Zweck Melodien der großen Opernkomponisten und setzte sie in Kontext mit den Versen. Das Ergebnis sind drei Streiche (Witwe Bolte, Meister Böck und Die Maikäfer) für ein oder zwei Singstimmen und Klavier (RL 25450 – 25470). Für den letzten Streich (Das Ende in der Mühle, RL 25480) steigerte Lorenz die Musik für Solostimmen und Chor, sie kann aber auch allein oder als Duett gesungen werden.

Die Verbreitung dieser Musikstücke wurde im Dritten Reich verboten. Zitat aus dem Schreiben der Reichsmusikprüfstelle von 1939 an den Robert Lienau Musikverlag: „Grund: 1. Die Verwendung von musikalischen Zitaten unserer größten Meister in Verbindung mit den Originalversen von Wilhelm Busch ist in der vorliegendem Form kulturpolitisch nicht tragbar. 2. Da der Verfasser auch jüdische Komponisten zitiert, ist eine Verbreitung des Werkes in der heutigen Zeit nicht zu verantworten.“

Vor 150 Jahren erschien „Max und Moritz“