Werk des Monats Dezember 2014 – Paul Juon: Sinfonie A-Dur

Paul Juons glänzende Sinfonie A-Dur op. 23, machte nach ihrer Uraufführung im Jahr 1905 durch die Meininger Hofkapelle unter Fritz Steinbach die Runde durch viele große Konzertsäle der Welt. In diesem Monat kann man das Werk gleich zweimal erleben: Es spielt das Berner Sinfonieorchester unter der Leitung von Mario Venzago im Kulturcasino am 4. und 5. Dezember 2014.

In der Sinfonie A-Dur gibt sich der in Moskau geborene Deutsch-Schweizer Paul Juon (1872-1940) russisch, gleichzeitig stellt er einen Variationensatz an die Spitze seines Werkes. Russische Schwermut ist der Hauptgedanke des Werkes, der zunächst einstimmig vorgetragen wird, danach folgen sechs musikalische Charakterbilder.

Nachdem die Sinfonie A-Dur in Deutschland, England, Holland, Österreich, Ungarn, Polen, Russland und Amerika Erfolge gefeiert hatte, geriet sie wieder in Vergessenheit. So erging es auch dem Komponisten selbst, der zu Lebzeiten ein hochgeschätzter und viel gespielter Komponist war, aber nach seinem Tod bald vergessen wurde. Seit einigen Jahren erlebt seine Musik eine wahre Renaissance.

„Im Jahre 1905 wurde eine Symphonie von mir vom Meininger Generalmusikdirektor Fritz Steinbach mit sehr großem Erfolg in Berlin aufgeführt. Gleich darauf berief mich der damalige Direktor der Hochschule für Musik, Josef Joachim, als Lehrer an dieses Institut. Bald wurde ich zum Professor ernannt, auch in die Akademie gewählt. Verschiedene Ehrenämter wurden mir übertragen, z.B. bin ich Kurator der Mendelssohnstiftung, Mitglied der Staatl. Sachverständigen-Kammer u.a.m.“ – Paul Juon an den Churer Musikdirektor Ernst Schweri, 15.9.1923

Die Sinfonie A-Dur hatte Paul Juon Türen geöffnet und er wurde in Berlin sehr populär als Lehrer und Komponist. 

Werk des Monats Dezember 2014 – Paul Juon: Sinfonie A-Dur