Werk des Monats Januar 2015 – Rio Gebhardt: Fest der Infantin

Das Konzert des Heilbronner Sinfonie Orchesters am 15. März 2015 in der Harmonie steht unter dem Motto „Heilbronner Komponisten Festival“. Dieser Titel und das Konzept ist eine Hommage an Komponisten, die in Heilbronn geboren wurden oder eine besondere Beziehung zu der Stadt hatten.

Rio Gebhardt wurde 1907 eher zufällig während eines Gastspiels seiner Eltern in Heilbronn geboren. Sein Aufenthalt war nur von kurzer Dauer. Im Alter von vier Jahren entdeckte man beiläufig sein Talent zum Dirigieren und sein Vater vermarktete ihn europaweit gewinnbringend als Wunderkind. Als junger Erwachsener konnte Gebhardt zunächst nicht an seine Erfolge anknüpfen. Ab 1923 studierte er bei Kurt Weill und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Pianist in einer Salonkapelle. 1925 wurde Wilhelm Zimmermann sein Hauptverleger. Bei ihm veröffentlichte er 1934 seine Märchenouvertüre „Das Fest der Infantin“. Sie gehörte bis in die 1960er Jahre zum ständigen Repertoire zahlreicher Rundfunksender. In ihrer Ausgabe für Salonorchester war sie allen wichtigen Kapellen vertraut.

Bekannt wurde Rio Gebhardt Mitte der 1920er Jahre als deutscher Jazz-Komponist. Da Jazz im Dritten Reich verpönt war, passte er seinen Kompositionsstil zunehmend der gehobenen Unterhaltungsmusik an. 1944 wurde Gebhardt zum Fronteinsatz befohlen und fiel 36-jährig an der Ostfront.

Werk des Monats Januar 2015 – Rio Gebhardt: Fest der Infantin